Konzertdetails

Genie

Was seine Wirkungsstätte Dresden angeht, hatte Jan Dismas Zelenka eine wahrhaft goldene Zeit erwischt. 1710 an den Dresdner Hof engagiert, sah er die Vollendung des ganzen prachtvollen Ensembles der Residenzstadt im 18. Jahrhundert mit eigenen Augen: das opulente Schloss, die mehrwöchigen Feierlichkeiten der Fürstenhochzeit Augusts III. 1719 mit Einweihung des Zwingers und des Opernhauses, die Installation gleich mehrerer Silbermann-Orgeln sowie den Bau der Frauen- und der neuen Hofkirche. Zusammen mit Heinichen und Hasse, doch stets im Schatten dieser beiden Hofkapellmeister stehend, lieferte Zelenka die Musik zu dieser barocken Pracht und Blüte. Der in Böhmen geborene, in Prag und Wien ausgebildete Tonsetzer schuf ein kirchenmusikalisches Meisterwerk nach dem anderen – vor Einfällen sprudelnd, grenzenlos im Reichtum seiner musikalischen Sprache, immer bereit zu tollkühnen harmonischen Wendungen. Ein Künstler von geradezu frappierender Originalität und Innovationskraft. Einer, der allerhöchste Würdigung verdient. Jedoch: Der Posten des Hofkapellmeisters blieb ihm nach Heinichens Tod 1729 verwehrt. Womöglich war dieses musikalische Genie seiner Zeit schlicht und einfach voraus?

 

Mit der Wiedererstaufführung der Missa Corporis Domini ZWV 9, einer frühen der über 20 Messvertonungen Zelenkas für Dresden, kann ein weiteres Werk des begnadeten Komponisten wieder an seinem Ursprungs- und Bestimmungsort erklingen. In den gemeinsamen Konzerten mit Adam Viktora und dem Ensemble Inégal im »Zelenka-Festival Prag – Dresden« stärkt der Dresdner Kammerchor die länderübergreifende Kulturbrücke zwischen den beiden Barockstädten.


Jan Dismas Zelenka 1679–1745
Missa Corporis Domini ZWV 9

Gaude Laetare ZWV 168


Gabriela Eibenová Sopran
NN Alt
Tobias Hunger Tenor
Martin Schicketanz Bass

Dresdner Kammerchor (Einstudierung: Tobias Mäthger)
Ensemble Inégal
Adam Viktora Leitung

 

 


TERMIN
Sa 7.10.2017 / 17 Uhr / Dresden / Annenkirche
im Rahmen des Zelenka Festival Praha - Dresden


Tickets
Tickets und Infos unter www.reservix.de

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