Konzertdetails

Befreite und befreiende Musik
Mitunter kann ein Werk zum Sinnbild einer ganzen Epochen werden. Das Schlussstück der»Figure humaine« von Francis Poulenc zählt dazu. Minutenlang drängt in Wellenbewegungen ein existentieller Gedanke ›ans Licht‹, aber die Zeit scheint stets noch nicht reif, ihn auszusprechen. Bis dann plötzlich – im Schlusstakt – bahnbrechend ausgerufen wird: »Liberté« – »Freiheit«! Poulenc schuf diesen Meilenstein der modernen Chorliteratur 1943/44 im von Nazis besetzten Paris, im Untergrund; und er hängte die Partitur am Tag der Befreiung aus dem Fenster – zur Feier der Freiheit. In den »Musikalischen Exequien« von Schütz wird eine gläubige Seele auf ihrem letzten Weg in die Freiheit des ewigen Lebens begleitet. Im Zusammenklang beider Werke entsteht ein aufwühlendes und hoffnungsvolles Programm, das Grundfragen des Menschen musikalisch reflektiert.


Francis Poulenc (1899–1963)
Quatre motets pour un temps de pénitence

Heinrich Schütz (1585–1672)
Musikalische Exequien

Francis Poulenc (1899–1963)
Figure humaine

Dorothee Mields, Isabel Jantschek, Sopran
Stefan Kunath, Altus
Georg Poplutz, Tobias Mäthger, Tenor
Martin Schicketanz, Felix Schwandtke, Bass

Matthias Müller, Violine
Ludger Rémy, Orgel

Dresdner Kammerchor | Olaf Katzer, Einstudierung
Hans-Christoph Rademann, Leitung


TERMIN
28.06.2015, 20 Uhr, Nürnberg (St. Sebald)

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