Konzertdetails

Klage

Zwei Textsammlungen spannen eine besondere Brücke zwischen Judentum und Christentum: Das Buch der Psalmen kann als „gemeinsames Gebetbuch“ beider Religionen bezeichnet werden und spielt in der Liturgie wie auch dem privaten Gebet eine wichtige Rolle. Die Klagelieder Jeremias, enthalten in Bibel und Tora, beklagen in fünf Gedichten die Zerstörung Jerusalems und des Tempels. Im Judentum gehören die Klagelieder in den ganz persönlichen religiösen Bereich: sie werden von frommen Juden in der Trauerzeit nach dem Tod eines Angehörigen gelesen. Im katholischen Christentum wiederum stehen sie seit vielen Jahrhunderten im Zentrum der Karwoche und werden hier, verteilt auf Metten oder Nokturnen, als gesprochene oder gesungene Lesung vorgetragen. Entsprechend existiert eine große Anzahl Vertonungen. Beide Textsammlungen zeichnet aus, dass Klage und Hoffnung stets eng miteinander verbunden sind.

 

Auf dieser Grundlage können im diesjährigen Gedenkkonzert für die Opfer der Pogromnacht zwei wesentliche Anliegen der traditionsreichen Dresdner Konzertreihe musikalisch ausgestaltet werden: die Erinnerung an jene grausame Nacht vom 9. November 1938 wach zu halten und den Blick in eine hoffentlich friedvolle Zukunft zu richten. Dafür erklingen Werke von jüdischen und christlichen, verfemten und vertriebenen Komponisten, die das Verbindende in der Musik als das Wesentliche ansahen.

»Klage«

Gedenkkonzert für die Opfer der Pogromnacht 1938

 

Orlando di Lasso 1532–1594
Lamentationes Jeremiae (Auswahl)

 

Salomone Rossi 1570–1630
Shir hama'alot (Psalm 126)

 

Heinrich Kaminski 1886–1946
der 130. Psalm

 

Felix Mendelssohn Bartholdy 1809–1847
Mitten wir im leben sind op. 23/3

 

Herman Berlinski 1910–2001
a psalm of unity (dt. erstaufführung)

 

Michael Käppler Orgel
Dresdner Kammerchor (Einstudierung: Tobias Mäthger)
Hans-Christoph Rademann Leitung

 

Termin

Sa 16.11.2019 / 19:30 Uhr / Dresden / Annenkirche

18:30 Uhr Einführung

Tickets

Tickets und Infos unter www.reservix.de

gefördert durch die

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